Anreise durch Deutschland
02.10.2025
Bis zum Schluss war noch nicht klar, welche Route ich nehme.
Nun ist es klar:
Quer durch den nord-westlichen Teil Deutschlands in Richtung Stürzelberg. Stürzelberg liegt zwischen Düsseldorf und Köln direkt am Rhein.
Ich bin dorthin zu einem sehr schönen Anlass unterwegs. Ich wurde zur Feier des 30. jährigen Hochzeitstags sehr lieber Menschen eingeladen.
Ich habe für diesen Teil meiner Fahrt 11 Tag Zeit. Ohne bestimmte Zwischenstopps bin ich nun unterwegs.
Zunächst war ich gestern in Lüneburg.
Doch schon heute ändere ich meinen Kurs. Ein guter Freund aus Schulzeiten lud mich spontan ein, doch mindestens für einen Kaffee vorbeizukommen.
So mache ich heute einen kleinen Schlenker nach Preußisch Oldendorf.
Ein Tipp für alle alleinstehende Menschen jenseits der Rente: "Belebt alte Kontakte,knüpft neue und seit offen für Chancen auf Begegnungen." Ich musste es erst lernen, über den eigenen Schatten zu springen. Es ist so wertvoll, dass ich hier unaufgefordert, quasi zum "Dr. Sommer berät Sie" mutiere.
Städteansichten von Lüneburg.
Übrigens:
Der bevorzugte Wohnmobilstellplatz in Lüneburg ist der Campingplatz Sülzwiesen. Von dort aus ist die Altstadt bequem fußläufig zu erreichen.
Allerdings ist das auch vielen anderen Camper bekannt. Es empfiehlt sich, den Platz frühzeitig anzufahren.
Ich bekam am frühen Nachmittag schon keinen Platz mehr.
Ich bin zum Wohnmobilplatz in Adendorf ausgewichen. Tagesticket inkl. alles 10,- €
02.10.2025
Der Spruch: "Der Weg ist das Ziel" hat sich für mich heute wieder einmal bewahrheitet.
Über Landstraßen von Lüneburg über Amelinghausen, Soltau, Walsrode und Nienburg/Weser nach Preußisch Oldendorf ging die Fahrt bei herrlichem sonnigen Wetter.
So schön ist es auch hier in Deutschland. Ich habe die Fahrt sehr genossen.
Der Nachmittag mit Kaffee und Kuchen beim ehemaligen Schulfreund in Preußisch Oldendorf mündete natürlich in Erinnerungen an die Schulzeit.
Bilder von meiner ersten Fahrt nach Preußisch Oldendorf unter:
Block IV - Zwischen den Touren - ab 04.2024 - Ausflug nach Prag - 1. Etappe
Mein nächstes Ziel ist Ibbenbüren.
Ich bin dort für morgen mit guten Camperfreunden verabredet, die ich aus Spanien kenne.
Da ich dort nicht am Abend eintreffen möchte, habe ich auf dem Campingplatz am Kronensee noch einmal Halt gemacht.
Ein sehr schön gelegener und gepflegter Platz. Im Sommer tobt hier sicher das Leben.
Habe gerade noch die letzte Nacht erwischt. Morgen schließt der Campingplatz
03.10.2025
Wieder ein sehr schöner Tag bei guten Freunden. Diesmal in Ibbenbüren bei Camperfreunden.
Alle, ich eingeschlossen, können es kaum erwarten, wieder in Spanien die "Zelte aufzuschlagen".
Hier in Ibbenbüren hatte ich die Gelegenheit zu testen, ob meine Boule-Künste noch akzeptabel sind.
15.10.2025
Nach der Übernachtung bei den Freunden in Ibbenbüren und einem Zwischenstopp in Kalkar bin ich nun auf einem Wohnmobilstellplatz in Dülken.
Eigentlich wollte ich nach Ibbenbüren in Richtung Niederlande nach Nijmegen fahren. Ein Tipp meiner Freunde in Preußisch Oldendorf kam mir jedoch in den Sinn: Bei Neuss soll es eine sehenswerte Museum Insel geben.
Weil ich noch nie davon gehört hatte, obwohl ich in Neuss meine Ausbildung absolviert hatte, entschloss ich spontan, mir dieses Museum anzusehen.
Das Museum "Insel Hombroich" wurde erst 1987 eröffnet; daher meine Unkenntnis. Zu dieser Zeit war ich bereits mit der Familie an die Ostsee verzogen.
Das Museum liegt zwar nicht auf einer Insel. Der weitläufige Museums Park wird aber teilweise von der Erft um- und durchflossen. Viele Tümpel und Teiche dokumentieren aber die Lage des Museums in einer Niederrheinischen Bruchlandschaft. (Bilder 2 - 6)
Auch hier im Außenbereich haben sich Künstler verewigt. (Bilder 7 - 9)
Esskastanien Allee. Die Kastanien sind reif und niemand erntet sie.
Die Sammlung im "Labyrinth"
Hier ist der einzige Ort an dem Gemälde des 20. Jahrhunderts zusammenfassend gezeigt werden. An anderen Orten finden sich nur noch vereinzelt Gemälde dieser Zeit.
Mich hat die Kombination der Gemäldeausstellung mit archäologischen Funde und Grabbeigaben des 10. bis 11.Jahrhunderts aus Asien, Afrika und Lateinamerika etwas verunsichert.
So wird im "Vademecum", dem Museum Leitfaden versucht, die seltsame Zusammenstellung zu begründen.
"Die Besonderheit der Präsentation beruht auf dem Dialog der Werke über Jahrhunderte und Kulturkreise hinweg. So entstehen neue Beziehungen jenseits der klassischen Betrachtungsweise"
Leider gibt es im "Labyrinth" keine zusammenfassende Informationstafeln zu den einzelnen Ausstellungsschwerpunkten.
Auch gab es keine Informationen an den einzelnen Exponaten, z.B. zu Name des Künstlers, Bezeichnung des Werkes, Jahr der Erstellung oder Maltechnik usw.
So brachte mir die Ausstellung im "Labyrinth" eher Frust als befriedigend Erkenntnis.
Monumentale Gemälde des renommierten Malers Norbert Tadeusz.
Auch wenn Tadeusz Professor an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf war und noch verschiedene Gastdozenturen inne hatte, wirken die hier ausgestellten Gemälde auf mich bestenfalls abstoßend. Sorry, aber für mich ist das eher Sexismus als Kunst.
Auf dem ehemaligen Gelände der Raketenstation, die während des Kalten Kriegs vom belgischen und amerikanischen Militär als atomare Abschreckung betrieben wurde, befindet sich die Dependence "Raketenstation Hombroich" des Museum "Insel Hombroich".
Hier geht es hauptsächlich um die architektonischen Besonderheiten der hier errichteten Gebäude.
In der Skulpturenhalle Neuss
werden z.Z. Installationen des Konzeptkünstlers Reiner Ruthenbeck gezeigt.
übrigens!
Wenn Sie sich vorgenommen haben, das gesamte museale Angebot zu erkunden, sollten Sie an der Kasse zum Musem "Insel Hombroich" nach einem Kombinations-Ticket fragen. Angeboten wurde es, zumindest mir, nicht automatisch. Ich erfuhr von dieser Möglichkeit erst, als ich in der Skulpturenhalle erneut zur Kasse gebeten wurde. Auch im "Siza-Pavillon" war wieder Eintrittsgeld nötig.
Eigentlich wollte ich in diesen Tagen, bis zum 11.10. noch ein paar Trips in die Umgebung machen und mir z.b. Köln ansehen.
Leider ist das Wetter nicht sehr einladend und der Dauer-Nieselregen ist auch nicht sehr Stimmung aufhellend.
Vielleicht ändert sich das Wetter noch etwas.
Etwas Goldener Oktober wäre nicht schlecht.
08.10.2025
Das Wetter wird tatsächlich langsam etwas besser.
Heute kein Nieselregen und die Wolken sind dünner, so dass ich die Sonne dahinter erahnen kann.
Ich bin nun in der alt ehrwürdigen Stadt Zons. Der Stellplatz macht optisch nicht sehr viel her. Was ich brauche habe ich aber, Strom 1 € die kW/h. Ansonsten bin ich autark. Sieben € Miete für den Stellplatz ist auch ok.
Wenn ich über den Deich schaue, sehe ich den Rhein und die Anlegestelle der Fußgängerfähre.
Sollte sich das Wetter weiter bessern, könnte ich morgen eine Fahrradtour auf die andere Rheinseite zum Schloss Benrath machen.
Ich will aber nicht zu viel versprechen.
Heute aber erst mal Zons!
Das Interessante an Zons ist natürlich die gut erhaltene und gepflegte Altstadt mir all ihren baulichen Relikte aus längst vergangener Zeit.
Zudem ist sie so überschaubar, dass ich für einen ausführlichen Rundgang inklusive Frühstück und Fotoshootings nicht mehr als ein und eine halbe Stunde benötigte.
Die erste Erwähnung Zons als Hofgut der Kölner Bischöfe stammt bereits aus dem 7. jhd. Damals gab es Deutschland noch nicht. Franken Stämme hatten sich nach der Völkerwanderung hier niedergelassen und bildeten das Frankenreich.
Das eigentliche Zons entstand dann aber erst mit dem Bau einer Befestigungsanlage um 1372 und endgültig mit der Verleihung der Stadtrechte 1373
Bilder
1.) Gedenktafel zur Erteilung der Stadtrechte
2.) Rheintor / Zollturm / und Kapelle von den Engeln
Hier wurde im Mittelalter von den Reisenden und Kaufleuten Zoll auf ihre Waren erhoben.
Ab 1855 diente der Baukomplex verschiedenen Ordensgemeinschaften für über 100 Jahre als Kloster. Die Kapelle wurde 1860 von Franziskanern erbaut.
3.) Die Stadtmauer schließt die alte Stadt Zons ein
4 u. 5) Die östliche Stadtmauer mit davor verlaufenden Treidelwegen
Heute fließt der Rhein im Abstand von 500 bis 800 m an Zons vorbei. Im Mittelalter war er der Stadt so nahe, dass der Treidelweg, auf dem Pferdegespanne die Schiffe flussaufwärts zogen nahe der Stadtmauer verlief. Schleifspuren am südlichen Eckturm zeugen noch heute davon.
6 bis 8) Gut Friedestrom eine im Jahre 1373 erbaute Burganlage.
Sie sollte mit ihrer Besatzung für die Sicherheit der Stadt und die Durchsetzung des Zolls sorgen.
7.) Der Juddeturm
Ein 36 m hoher mächtiger Turm.
Zu seiner Namensgebung gibt es zwei Theorien:
1. die Kölner Patrizierfamilie "Judde" , die den Turm im 19. jhd. besaß, ist Namensgeberin
2. der Name entstammt dem Dialekt "Juts Turm" für Guts Turm.
8.) Krötschturm
Er war ein Teil der Stadtbefestigung und diente auch als Gefängnis.
Im 17. jhd. soll er zur Isolation von Pestkranken genutzt worden sein. Im rheinischen Dialekt wird "krötsch" für krank benutzt.
9.) Windmühle von 1390, renoviert 2008 und 2010
10.) Einer von zwei, ehemals drei Wachtürmen
Sie werden im Volksmund "Pfefferbüchsen" genannt. Ihre Form mit den kleinen Fenstern sollen an Pfefferstreuer erinnern.
11. - 12.) Schweinebrunnen
Der Brunnen soll an die Zonser Schweinefehde von 1575 bis 1577 dauerte.
Auf der Stele wird die Schweinefehde erläutert.
Stadtansichten
1. Hochwasserstände in Zons
2. Stand up Paddling ist also keine neue Trendsportart, sondern eine aus der Not geborene Fortbewegung.
He jeft dat a Huus, dat sech met oser Platt bedeht.
Am Friedach well ech mer dat ankieke.
Doch et wor net ob.
09.10.2025
Heute ist die Wolkenschicht tatsächlich etwas mehr durchlässig. Die Sonne ist zeitweise sichtbar, wenn ihre wärmende Kraft auch nur für gerade mal 16° C ausreicht.
Dennoch habe ich mein Vorhaben wahr gemacht.
Ich habe das Fahrrad klar gemacht und mich in Richtung Fähre aufgemacht.